Geniessen

Das wohl schönste Freiluftbad über den Dächern von Basel

«Die Sonne ist die Universalarznei aus der Himmelsapotheke.», das wusste schon August von Kotzebue, deutscher Jurist und Dramatiker im 18. Jahrhundert zu sagen.

In der hiesigen Umgebung war es der Naturheilverein Basels, welcher sich für die Idee und Bewegung der «naturgemässen Lebens- und Heilweise», initiert durch Bauer Priessnitz und keinem geringeren als Pfarrer Kneipp, begeisterte. Dank ihres unermüdlichen Einsatzes und der Weitsicht der damaligen Basler Regierungsräte, gelang es vor genau 115 Jahren, das Luft- Licht- und Sonnenbad auf dem wunderschönen Margarethenhügel zu eröffnen.

Die grosszügige Freiluftanlage befindet sich zwar auf Binninger Boden, ist aber vom Dorenbachviadukt in fünf Minuten Fussweg steil den Hang hinauf zu erreichen. Ein bisschen körperliche Betätigung schadet überhaupt nicht, um zum Ort der Erholung zu gelangen. Dies ist auch ganz im Sinne des immer noch gleichnamigen gemeinnützigen Vereins Sonnenbad. Denn-was die wenigsten wissen-gehören auch 98 Schrebergärten, welche allesamt verpachtet sind, zum «Suunebeedli», wie es im Basler Sprachgebrauch liebevoll genannt wird. Gartenarbeit wurde nämlich auch als gesundheitsfördernd angesehen.

Die wunderschöne Oase der Ruhe und Erholung, wie sie schon zu Anbeginn genannt wurde, behielt ihren einzigartigen Charme bis heute, da sie in weiten Teilen unverändert geblieben ist. Früher wurden die Geschlechter strikte getrennt, Frauen und Männer, auch Mädchen und Knaben betraten die Anlage durch separate Türen. Dem ist heute natürlich nicht mehr so. Wer aber der nahtlosen Bräune frönen will, dem stehen nach wie vor die Séparées für die Dame und den Herrn zur Verfügung. Was wiederum auch praktisch niemand weiss: für eben diese SonnenanbeterInnen ist die Huldigung der Lebensspenderin dort auch in der kalten Jahreszeit möglich.

Der grosszügige öffentliche Teil wartet mit drei Bassins auf. Während dem man im Kleinstbad mit den Babies planschen kann, können sich die grösseren Kinder im mittleren abkühlen und für Schwimmer steht das tiefe Becken bereit. Dank wohl platzierter Bäume entsteht viel Caché, und sie sorgen für die bei Familien beliebten Schattenplätze.

Äusserst beliebt ist auch das separate Mietareal von rund 20x20m, welches mit einem Doppel-Pagodenzelt und perfekt ausgerichteter Infrastruktur für Gartenfeste aller Art gemietet werden kann. Auf das leibliche Wohl muss auch nicht verzichtet werden. Links neben dem Eingang befindet sich das charmante Restaurant Suunebeedli. Während der regulären Öffnungszeiten zwischen dem 15. April und dem 15. Oktober gibt es alles was das «Badi-Herz» erfreut: Pommes Frites, Glacé, Wähen, aber auch Moules, Flammkuchen, Salate und vieles mehr steht auf der Karte.

Der pittoreske Ort und die Grundphilosophie sind auch der Grund, weshalb sich die Mitglieder des Vereins mit viel Herzblut bis heute praktisch alle ehrenamtlich um dieses nicht-staatliche Bijoux kümmern. Nebst den beiden verbliebenen Rheinbäder im St. Johann und der Breite gehört das Sonnenbad zu den Wahrzeichen der Basler Badekultur, es fühlt sich an wie Ferien zuhause!

Sonnenbad
Friedhofstrasse 9, Binningen
sonnenbad.ch